CNFP

Das COMPETENCE NETWORK FOOD PROFILING (CNFP) ist ein wissenschaftliches Verbundprojekt aus akademischen Partnerinstitutionen und Wirtschaftsunternehmen, das über einen Zeitraum von 36 Monaten mit insgesamt 3,4 Mio EUR aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages gefördert wird. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung. Geleitet wird das Konsortium durch die HAMBURG SCHOOL OF FOOD SCIENCE. Im Zentrum stehen Entwicklungen im Bereich instrumenteller Analytik für die Authentifizierung von Lebensmitteln.

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Zielsetzung

FOOD FRAUD ist ein zunehmend kritisches Thema in allen Bereichen der komplexen und globalen Beschaffungskette. Dabei umfasst die Problematik der Produktfälschung nicht nur die absichtliche Um- bzw. Falschetikettierung von Billig- zu Premiumprodukten, sondern auch das Strecken mit minderwertigeren Bestandteilen sowie die Vermischung gentechnikfreier mit gentechnisch veränderter Ware. Angaben zu Authentizitätsparametern, wie zur geografischen oder zur botanischen Herkunft (geographical origin, botanical orgin) und zur chemischen Identität von pflanzlichen Rohstoffen können grundsätzlich durch Kontrolle von Frachtpapieren oder Rechnungen überprüft werden (Prinzip der Rückverfolgbarkeit, traceability). In der Praxis hat sich dieses Verfahren vor allem bei geschickten kriminellen Manipulationen (FOOD CRIME) oft als nicht ausreichend erwiesen, so dass die Notwendigkeit in der Entwicklung sicherer analytischer Strategien besteht.

Für das Forschungskonsortium leiten sich daraus folgende Aufgaben ab:

Hightech-Methodenentwicklung (non-targeted))

Für die Differenzierung von Rohstoffen verschiedener geographischer Herkünfte sowie unterschiedlicher biologischer Identitäten werden zunächst hochaufgelösten Daten (Fingerprints) auf allen relevanten zellulären Ebenen (Genomics, Proteomics und Metabolomics) aufgenommen. Komplettiert werden diese Untersuchungen durch den Bereich der hochaufgelösten Element- und Isotopenprofilanalysen (Isotopolomics).

Routineapplikationen (targeted)

Auf der Basis von statistischen Unterschieden zwischen den betrachteten atomaren und molekularen Datenprofile werden nach Datenreduktion, Markerverbindungen aus den experimentellen Daten extrahiert, die für die nachgeschaltete Entwicklung von unkomplizierten und in der Routine durchführbaren apparativen Methoden genutzt werden können. Dabei werden Protokolle erstellt, die kostengünstig im Unternehmen oder im Handelslaboratorium mit angemessenem apparativem Aufwand adaptiert und weiterentwickelt sowie im Idealfall von wissenschaftlich nicht ausgebildetem Personal durchgeführt werden können.

Datenmanagement

Ein nachhaltiges Datenmanagementsystem liefert die Basis alle Datensätze, Fingerprints und Sequenzen/Barcodes, auch im zeitlichen Abstand (Memory Effekt) erneut im Hinblick auf völlig andere Fragestellungen analysieren zu können. Gerade das Recycling von Daten kann besonders in Bezug auf die Rückverfolgbarkeit (traceability) von Lebensmitteln von sehr hohem Wert sein.

Technologietransfer

Ein wesentliches Ziel ist der Wissenstransfer, d.h. eine enge Zusammenarbeit zwischen akademischen Forschungsinstituten und den beteiligten Wirtschaftsunternehmen, zur gemeinsamen Verbesserung der Lebensmittelsicherheit.

Weiterentwicklung

Sowohl Weiterentwicklungen auf der technisch/apparativen Seite, im Software-Bereich als auch im Bereich des Zusammenspiels der unterschiedlichen physikalischen Verfahren sollen mittel- und langfristig Food Profiling besser und nachhaltiger machen. Ziel ist die Optimierung des Gesamtsystems in Richtung Sensitivität und Gesamtauflösung, um ein noch definiertes Bild der untersuchten Rohstoffe zu bekommen. Die Möglichkeit einer direkten Verknüpfung der gesammelten Informationen durch entsprechende Softwarealgorithmen können das Ergebnis weiter verbessern. Darüber hinaus sollen auch neue physikalische Prinzipien in das Konzept nach Verfügbarkeit aufgenommen werden.

 

 

 

Partner

Jede beteiligte akademische Forschungsstelle bildet ein Kompetenzzentrum für mindestens eine der Omics-Technologien und verfügt über umfangreiche und langjährige Erfahrungen auf dem jeweiligen Teilgebiet. Es werden dadurch alle heute verfügbaren und für den Bereich „Authentifizierung“ sinnvoll nutzbaren Technologien und Kompetenzen abgedeckt. Durch die beteiligten Unternehmen wird zusätzlich ein Transfer der entwickelten Verfahren in die Wirtschaft und letztlich zum Nutzen des Verbrauchers sichergestellt.

Universität Hamburg

An der federführenden HAMBURG SCHOOL OF FOOD SCIENCE werden sowohl Genom-basierte Studien, bspw. zur Festlegung der botanischen Identität, als auch targeted und non-targeted Metabolom-basierte spektrale Studien (LC-MS/MS) zur Bestimmung der geographischen Herkunft durchgeführt.  Der Bereich NMR-Analyse, eine komplementäre vertikale Metabolomics-Disziplin wird durch die Nachwuchsgruppe FOOD-NMR (HSFS/Fachbereich Chemie) vertreten. Proteomanalysen, d.h. sowohl die sog. Bottom-up- als auch Top-Down-Ansätze werden in der Gruppe Proteom-Analytik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), eine Institution der Universität Hamburg durchgeführt.

Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität MünchenDeutschen

Die Aufklärung des flüchtigen Metaboloms bzw. entsprechender Derivate des nicht-flüchtigen Metaboloms wird von dem Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München bewerkstelligt.

Universität Hohenheim

Der Bereich der Isotopen- und Elementanalyse wird von Wissenschaftlern der Universität Hohenheim, Institut für Lebensmittelchemie bearbeitet.

Universität Tübingen

Die Prozesssierung der Daten wird vom Zentrum für Bioinformatik der Universität Tübingen übernommen, die dazu Softwarelösungen für die Verarbeitung der Hochdurchsatzdaten und zur Klassifikation von Omics-Daten entwickeln.

 


La Bilancia Trüffelhandelsgesellschaft mbH

Die La Bilancia Trüffelhandelsgesellschaft mbH ist eines der bedeutendsten Unternehmen ihrer Branche. Höchste Produktkenntnis und genaueste Selektion der Trüffeln haben La Bilancia eine einmalige Spitzenstellung im internationalen Trüffelhandel verschafft. Das Unternehmen deckt im CNFP die Bereiche Import, Verarbeitung und Vertrieb von Trüffel und Trüffelprodukten ab.

Agrolab Labor GmbH

Die Agrolab Labor GmbH ist ein europaweit tätiges Auftragslabor. Angeboten wird die Analytik für die Bereiche Agrar, Umwelt, Wasser und Lebensmittel. Für die Untersuchung rund um Lebensmittelqualität und -sicherheit werden modernste Labortechnik und validierte analytische Methoden eingesetzt.

AGROLAB LUFA GmbH

Die AGROLAB LUFA GmbH ist ein akkreditiertes Auftragslabor der AGROLAB GROUP, spezialisiert auf Lebensmittel-, Futtermittel- und Wasseranalytik. Für die Analytik rund um Lebensmittelqualität und -sicherheit sind erfahrene und zum Teil wissenschaftlich ausgebildete Mitarbeiter tätig. Die AGROLAB LUFA GmbH ist in mehreren Bereichen flexibel akkreditiert, im Bereich Molekularbiologie auf der höchsten Stufe.

SGS Germany GmbH

Die SGS Germany GmbH ist ein weltweit führendes Unternehmen beim Prüfen, Testen, Verifizieren und Zertifizieren. Über die gesamte Lieferkette werden Dienstleistungen angeboten, mit denen Risiken minimiert, Qualitäten sichergestellt und die Produktproduktivität gesteigert werden kann. Die Analyse- und Zertifizierungsmethoden werden ständig neu- und weiterentwickelt.

Institut Philipp Contrade-Qualitätssicherungslabor der EURObac GmbH

Das Institut Philipp Contrade-Qualitätssicherungslabor der EURObac GmbH ist eines der wenigen lebensmittelchemischen Laboratorien in Deutschland, welches mikroskopische und makroskopische Artenbestimmungen von pflanzlichen Rohstoffen durchführt. Das Institut besitzt langjährige Erfahrungen in der Untersuchung von Pilzen. Besondere Expertise besteht in der mikroskopischen Sporenanalyse von Trüffeln aus weltweiter Sammlung.

Starter GmbH

Die Starter GmbH begleitet das Projekt und nimmt gemeinsam mit den Entwicklerteams der Projektpartner die Risikobewertung vor. Daneben werden die relevanten dokumentarischen Anforderungen definiert und laufend projektbegleitend angepasst. Alle Projektaktivitäten werden dabei aus der Sicht einer späteren Zulassung und gerechten Verwertung der Projektergebnisse evaluiert und entsprechend abgestimmt.

 

HSFS

Die HAMBURG SCHOOL OF FOOD SCIENCE (HSFS) ist Teil der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg und ist angesiedelt am Fachbereich Chemie. Die HSFS versteht sich als Kompetenzzentrum für moderne Ausbildung und exzellente Forschung im Bereich der Lebensmittelwissenschaften. Als Zentrum der hamburgischen Lebensmittelforschung ist die HSFS bemüht durch ein vielfältiges Netz wissenschaftlicher und praktischer Zusammenarbeit wesentliche Beiträge zur regionalen und überregionalen Entwicklung zu leisten.

Dazu gehören:

  • Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in der Lebensmittelwirtschaft durch Umsetzung der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung und Initiierung von innovativen und interdisziplinären Forschungsprojekten
  • Verstärkung der Kooperation von Wissenschaft mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
  • Integration verschiedener Fachdisziplinen bei zentralen Fragestellungen und der Auf- und Ausbau von Beziehungen zu anderen Forschungszentren und Hochschulen
  • Verbesserung der Kooperation zwischen Grundlagen– und Anwendungsforschung zur Verkürzung der Transferzeiten innovativer Verfahren und Erkenntnisse
  • Etablierung einer Expertenplattform zu allen Fragen der Lebensmittelsicherheit
  • Förderung des wissenschaftlichen Austausches und der Zusammenarbeit

Kontakt

Prof. Dr. Markus Fischer
Direktor

Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften
Fachbereich Chemie
HAMBURG SCHOOL OF FOOD SCIENCE
Grindelallee 117
20146 Hamburg

fon +49 40 428 38 – 43 57 (Geschäftszimmer)
fax +49 40 428 38 – 43 42
markus.fischer@uni-hamburg.de